Familie Blatter

Fotoalbum

 

 

 

5'200 Kilometer, keine einzige Panne, keine brenzlige Situation (mit Ausnahme des Glimmbrandes im Restaurant Rathauskeller in Holstebro); Motorfahrerherz was willst du mehr?? Gut, da war halt auch noch das unbeständige,kalte und am Schluss nasse Wetter. Ja, und die horrend hohen Preise. Und der sture Raubritter mit seinem Spielzeug. Und die Begleiter!!! Nein, im Ernst, Myrtha und Heiri waren die gewohnt perfekten Begleiter und Ursi und Fredy haben das bisherige Quartett eindeutig aufgewertet. Nicht zu vergessen natürlich Bethli, die viel erdulden musste.

Heinz

Mittwoch, 18. Juli

Bremgarten - Lörrach (74 km)

So quasi als Aufgalopp führt die erste Etappe in den grossen Kanton nach Lörrach. In Stetten warten an der prallen Sonne Myrtha und Heiri, in Dättwil Ursi und Fredy (mit neuem, riesigem Tankrucksack). Die Suche nach einem "Chinesen" führt uns schliesslich zum "Italiener". Quizfrage: "Gibt es auch noch deutsche Gaststätten in Deutschland?? Beim Bahnhof angekommen stellen wir fest, dass es auch hier etwas zu Essen gegeben hätte, und erst noch mit Aussicht. Die Motorräder sind schnell verladen und vom hilfsbereiten Personal fachmännisch gesichert. Mit etwas Verspätung geht es los Richtung Hamburg, noch etwas Süsses für die lange Nacht, und ab in die Heja (Männlein und Weiblein getrennt).

Donnerstag, 19. Juli

Hamburg Altona - Bad Segeberg - Kiel (120 km)

Ich habe schon besser geschlafen, trotzdem haben die paar Stunden im Liegewagen gut getan. Ein feines Zmorge (wirklich) und dann heisst es schon, Motorrad abladen, mitten durch den Bahnhof und auf die Autobahn Richtung Kiel. Ein kurzer Abstecher noch zu Winnetou in Bad Segeberg, wo Fredy schnell die beste Bäckerei am Platze gefunden hat. Pünktlich um halb ein Uhr sind wir bei der Fähre in Kiel. Ich und meine beiden unselbständigen Begleiter werden ohne grosse Formalitäten durchgewunken. Als wir mit dem Lift in den Passagierbereich kommen, stockt uns der Atem. Luxus pur, eine grosszügige Kabine, Unterhaltung, super. Nach einem guten Znacht (Fredy hat vorsichtshalber in 2 Restaurants reserviert) und einem feinen Ripasso Tommasi geht es schon bald unter die Decke. Stuggeron lässt grüssen.

Freitag, 20. Juli

Oslo - Brandbu - Lillihammer - Ringebu - Folldal - Röros (460 km)

Nach einer ruhigen Ueberfahrt gestaltet sich auch das Verlassen der Fähre problemlos. Zuerst geht es auf der E6 Richtung Norden, bei Ringebu biegen wir ab und erreichen über Folldal unseren ersten Etappenort in Röros. Die als Kilometerfressen vorgesehene Etappe führt uns von einer schönen Gegend in die andere. Ein Höhepunkt ist sicher der Besuch der Olympiastadt Lillehammer. Das Hotel in Röros ist bescheiden, aber sauber. Wir machen erstmals mit den horrenden Preisen in Norwegen Bekanntschaft: 200 Franken für ein Zimmer ohne Komfort.

Samstag, 21. Juli

Röros - Funasdalen - Mattmer - Krokom - Strömsund - Wilhelmina - Storuman (627 km) 

Die heutige Etappe wird die bisher längste. Trotzdem ist es mir nicht so lang vorgekommen. Von Röros sind wir auf einer sehr guten Strasse Richtung Funasdalen gefahren und sicher während 50 km keinem einzigen Auto begegnet. Ab und zu ein Elch hat unseren Weg gekreuzt, und dies auch nur auf den Gefahrenschildern. Gibt es hier wirklich Elche oder ist dies lediglich eine Touristenfalle? Noch schwieriger als einen Elch sind jedoch Restaurants zu finden! Unsere Mägen knurren schon unüberhörbar, als wir bei Mattmer per Zufall auf ein Kaffee stossen, das umgeben von vielen kleinen Hütten auf einer Anhöhe liegt. Aehnlich wie Ballenberg, nur ein paar Schuhnummern kleiner. Das Verpflegungsangebot ist klein aber gut. Vom Aussichtsturm haben wir eine herrliche Rundsicht über die norwegische und schwedische Landschaft. Zum Dessert fressen wir wieder Kilometer. Wir kommen an vielen idyllischen Seen vorbei. In Storuman finden wir mit dem Hotel Toppen, das sicher noch zu toppen wäre. Anyway, mit der heutigen Bleibe sind wir sehr zufrieden (es wird ja noch anders kommen.)

Sonntag, 22. Juli

Storuman - Tärnaby - Mo i Rana - Bodö - Moskones (Fähre) - Reine (470 km) 

Ein strahlend blauer Himmel lädt uns ein, schon früh loszufahren. Wiederum vorbei an mehreren schönen Seen gelangen wir nach Tärnaby, dem Dorf verschiedener Sportgrössen, wie Ingemar Stenmark oder Anja Pärsson. Von einem ausgewanderten Australier lassen wir uns verpflegen. Er empfiehlt uns, den grossen Markt in Tärnaby zu besuchen. Dieser Vorschlag stösst jedoch nur bei den Frauen auf Gegenliebe. Schon bald sind wir wieder auf norwegischem Herrschaftsgebiet. Mein GPS findet bei Mo i Rana eine Abkürzung (und erst noch eine landschaftlich lohnenswerte), sehr zum Leid von Fredy, der die Strecke auf seiner Karte bereits mit dem Stabilo markiert hat und nun brutal neben den Schuhen steht bzw. neben seiner Strecke fährt. Ab Mo i Rana steigt die Strasse stetig an bis auf 690 Meter. Weil die Waldgrenze in Norwegen etwa bei 800 Metern verläuft, kommt uns dies jedoch vor wie auf 2000 Metern Höhe. Runter nach Fauske, vorbei am ersten Fjord und in Bodö auf die Fähre, die uns in 3 ¼ Stunden Fahrt auf die Lofoten bringt. Beim Warten auf die Fähre machen wir Bekanntschaft mit einem holländischen Salsa-Tanzlehrer, der mit seiner Harley halb Europa abtourt. Während der Schiffsfahrt lehren wir unsere Reisebegleiter den Hosenabe. Einige begreifen es schneller, bei anderen geht es etwas länger (Namen werden natürlich keine genannt). So sind wir dann schnell in Moskenes, Bethli um einige Norwegische Kronen reicher. Es ist nun schon 22 Uhr aber immer noch taghell. Im Pensionat Reine finden wir noch 3 Zimmer, die uns jedoch erstmals über die hohen Preise diskutieren lassen. 8 m2, 2 Betten, 1 Lavabo und 1 Spiegel kosten hier 140 Franken die Nacht. Dusche und WC auf dem Korridor. Frühstück wäre eigentlich nicht inbegriffen, aber weil wir eine 3er-Gruppe sind, macht die Wirtin eine Ausnahme. Bei einem guten Stück Fleisch (natürlich auch teuer), den Wein musst du dir dazu denken (auch zu teuer) diskutieren wir bis um Mitternacht über Gott und die Preise (und die Schwächen der Männer). Heiri wird am nächsten Morgen behaupten, dass er um Mitternacht das erste Mal aufgewacht ist und festgestellt hat, dass es immer noch taghell ist.

Montag, 23. Juli

Reine - Svolvaer - Melbu - Sortland - Flesnes - Revnes - Harstad (311 km)

Bei noch guten Bedingungen starten wir am frühen Morgen alles der malerischen Küste entlang Richtung Svolvaer. Die Znünipause machen wir bei einem schönen Hotel in der Nähe von Svolvaer. Aus den Bildern im Eingangsbereich entnehmen wir, dass in diesem Hotel auch schon Bill Clinton logiert hat (mit Hillary oder Monica? Ist ja egal.)  Hier sehen wir auch erstmals Fischerhäuschen (Rorbues), die einen gewissen Komfort aufweisen und sehr heimelig sind. Um nicht alles der Hauptstrasse entlang zu fahren, biegen wir nach Svolvaer links ab und fahren wieder alles der Küste entlang. Zuerst ist die Strasse geteert und wir freuen uns über die schöne Gegend, doch plötzlich ist die Herrlichkeit vorbei und wir fahren rund 20 Kilometer Offroad. Gut hat es eben erst geregnet. Bei trockener und staubiger Strasse wäre die Fahrt sonst kein Zuckerschlecken geworden. Die Fähre nach Melbu steht schon für uns bereit und wir erreichen am frühen Nachmittag und nach einem kurzen, lohnenswerten Fotohalt (farbige Häuser) Sortland. Die Suche nach einer Unterkunft bleibt erfolglos. Preis und Leistung stimmen einfach nicht. Dafür finden wir einen guten und für norwegische Verhältnisse günstigen Chinesen. In Halstad finden wir dann ein gutes Hotel, das wir gleich für 2 Nächte buchen. Am Abend geben wir Fredy nochmals eine Chance, sich in die Siegerliste beim Hosenabe einzutragen. Doch die schöne Hintergrundmusik lenkt ihn ab, erneut spielt er unkonzentriert und bekommt prompt ein weiteres Negativerlebnis. 

Dienstag, 24. Juli

Harstad - Sörvik - Lödingen - Sortland - Wofstude - Krekbergs - Norskehavet - Sortland - Harstad (415 km)

Für einmal geht es ohne belastendes Gepäck auf die Reise, d.h. die Frauen sind natürlich schon dabei. In Lödingen schauen wir schnell, wann am nächsten Tag die Fähre nach Bognes fährt. In der Nähe von Sortland suchen wir eine Verpflegungsmöglichkeit, kein leichtes Unterfangen, wie sich herausstellen wird. Nach etwa 40 Kilometern, ohne auch nur den geringsten Hinweis auf ein angeschriebenes Haus, finden wir ein ganz neues Hotel, direkt am Fjord gelegen. Es ist Bilderbuchwetter, aber saukalt. Weiter geht es Richtung Norskehavet. Weil die vorgesehene Route erneut über ungeteerte Strassen führen würde, wählen wir spontan eine neue Strecke. (Anmerkung vom Rest der Gruppe: Dass Heinz ohne GPS nicht viel wert ist, zeigt sich, als er die gleiche Runde zweimal dreht, ohne es zu merken. Er wird nicht mal stutzig, als er in vermeintlich zwei verschiedenen Café's die gleichen Leute sitzen sieht!) Wird wohl so sein. Auf dem Rückweg kehren wir wieder im schönen Restaurant ein, was speziell von Myrta begrüsst wird. Die Sauce zum Fisch begleitet sie noch auf den nächsten Kilometern; Heiri hat endlich seine Ruhe. Am Abend geniessen wir ein feines Stück Fleisch im Steakhouse ennet der Strasse. Ab jetzt weiss Bethli garantiert den Unterschied zwischen einem Filet und einem Steak. Und Fredy merkt, dass er im Hosenabe immer noch zur Amateurliga zählt.

Mittwoch, 25. Juli

Harstad - Lödingen - Bognes - Fauske - Mo i Rana - Nesna - Levang - Mosjoen (545 km)

Die Strecke nach Lödingen hatten wir ja bereits am Tag zuvor rekognosziert. Wir wissen, dass wir dafür 70 Minuten brauchen, und können so etwas später als üblich starten. Und wie üblich fahren wir bei der Fähre an der wartenden Autoschlange vorbei auf die Pole-Position. Wenig später stehen wir dann zuhinterst in der Kolonne. Irgend ein spiessiger Beamte hat nicht gecheckt, wer hier das Sagen hat. Aber das ist ja nur der Anfang vom Elend. Der nächste Beamte, seines Zeichens Polizist oder moderner Wegelagerer, wartet mit der Radarpistole hinter Fauske auf seinem Campingstühlchen. Beinahe wäre er beim Versuch, mich zu stoppen, ins Jenseits befördert worden. Vorne der Polizist mit erhobener Hand, hinten Bethli, die befiehlt, fahr ihn nieder. Es wäre wohl wirklich gescheiter oder zumindest billiger gewesen! 94 brutto, bzw. 91 netto in der 80er-Zone: 2'600 Norwegische Kronen, beim heutigen Wechselkurs 570 Franken. Bezahlt mit der Coop-Kreditkarte, so gibt es wenigstens noch Superpunkte dafür. Und die feinen Kollegen Windschattenfahrer haben nicht mal den Mut, den Campingstuhl in's Fjord zu werfen. Und wie wenn sich alles gegen uns verschworen hätte, beginnt es schon bald zu regnen. Nun kommt Fredy doch noch nach Mo i Rana und erspart sich so eine Menge Tipp-Ex. In Nesna suchen wir wir vergebens nach einer akzeptablen Bleibe und fahren dann, obwohl schon recht spät, noch weiter bis Mosjoen. 3 Zimmer sind noch frei, davon ein Raucherzimmer, das seinem Namen alle Ehre macht. Der Versuch, einen Specialpreis zu erhalten, schlägt fehl. Kosten pro Zimmer: 190 Franken. In den sauren Apfel beissen müssen Ursi und Fredy, d.h. als Jüngste gehen sie freiwillig ins Raucherzimmer.

Donnerstag, 26. Juli

Mosjoen - Nanskogan - Steinkjer - Trondheim - Opdal (520 km) 

Ausserhalb Mosjoen halten wir bei einem der vielen Wasserfälle Norwegens. Auf einmal sehen wir auch Lachse, die sich einen Weg flussaufwärts erkämpfen. Beim Kaffeehalt in Nanskogan kauft sich Fredy für seine BMW einen Stoff-Elch. Hier wird er auch von einem mongoloiden Norweger angesprochen, der sofort erkannt hat, dass wir aus der Schweiz kommen. Seinen Wunsch, ihm aus der Schweiz eine Karte zu schicken, werden wir natürlich gerne erfüllen. Auf der Fahrt nach Trondheim spielt für einmal auch Petrus mit und beschert uns einen schönen Ausblick und einen angenehmen Kurzaufenthalt in dieser schönen Stadt. Kaum sind wir jedoch wieder auf dem Töff, müssen wir das Regenkombi erneut montieren. In Opdal schauen wir uns verschiedene Uebernachtungsmöglichkeiten an; flüchten vor heftigem Regen; helfen einem Maler, die neu gestrichenen Balken zu trocken; und landen schlussendlich im Hotel Quality, Preisklasse inzwischen 250 Franken pro Zimmer, das jedoch auch kultivierteren Ansprüchen gerecht wird.

Freitag, 27. Juli

Opdal - Dombas - Sogne-Pass - Sognedal (323 km)

Die Geschichte des heutigen Tages ist schnell erzählt. Sehr schöne Landschaft, aber nass, windig und kalt. Stop, etwas hätte ich noch fest vergessen. Bei der Gegensprechanlage der Yamaha FJR 1300 ist ein Wackelkontakt aufgetreten. Kein Problem für Heiri "Letterman Schmidlin. Eins, zwei hat er den Schaden behoben und kann sich wieder die Bemerkungen von hinten anhören. Ueberhaupt, die Tour hat bis jetzt einiges zu Tage gebracht, so genannte Internas. Und die Zwischenbilanz sieht nicht unbedingt positiv für die Männer aus.

Samstag, 28. Juli

Sognedal - Hella - Dragsvik - Gaularfiell - Sande - Tragsvik - Vangsnes - Vika-Pass - Voss (287 km)

Der Versuch, aus einem nasskalten Tag das beste zu machen! Alles dem Sognefjord entlang, dessen Schönheit sich jedoch nur erahnen lässt. Auch die Fahrt über den Gaularfiell lässt die Schönheiten der Natur nur sporadisch aufblitzen. Kurz vor Voss staunen wir über einen weiteren imposanten Wasserfall. Und schon ist der Tag praktisch gelaufen. Am Abend beendet Fredy seine Hosenabe-Misere. Er zieht mit Abstand die besten Karten und kann gar nicht anders als gewinnen. Gratuliere! Stop, etwas hätte ich auch heute fast wieder vergessen. Am Morgen hat Heiri "Lettermann" Schmidlin noch schnell meine Regenstiefel geflickt. Er hat noch nicht gemerkt, dass wir jeden Tag absichtlich etwas kaputt machen, um ihm so den Weg ihn den Therapieraum zu ersparen.

Sonntag, 29. Juli

Voss - Ulvir - Granvin - Voss - Bergen (197 km)

Für den heutigen Tag haben wir wegen der Wetterprognose verschiedene Tourenvarianten ins Auge gefasst. Es hat nicht sollen sein, wegen des Regens und einer gesperrten Strasse landen wir wieder in Voss und fahren von hier direttissima nach Bergen. Etwas hat uns unterwegs noch zum Staunen gebracht: wir sehen eine grosse Gruppe von Sportlern, die mit Rollski's eine Steigung hinaufspurteten, die es wirklich in sich hatte. Am Nachmittag lässt der Regen nach und ermöglicht uns, die zweitgrösste Stadt Norwegens (250'000 Einwohner) zu Fuss zu erkunden. Beim Hosenabe gewinnt erneut Fredy, er hat einen grausamen Lauf. Gut, dass wir nur um Teebeutel gespielt haben. 

Montag, 30. Juli

Fähre Bergen - Hirtshals 

Beim Morgenessen haben wir bereits einen schönen Blick auf die Fähre. Die Anlegestelle ist nur einen Steinwurf vom Hotel entfernt. Zuerst holen wir die Motorräder in der Tiefgarage, die uns vom Hotel empfohlen wurde (das Hotel selber hat keine Parkplätze). Um etwas Geld zu sparen, haben wir alle 3 Motorräder auf ein Parkfeld gestellt. Heiri weiss, dass wir versetzt an der Schranke vorbeifahren müssen. Wenn zwischen den Motorrädern kein Abstand ist, hat der Lichtstrahl keine Möglichkeit, den Impuls für das Schliessen der Schranke auszulösen. Soviel zur Theorie. Nun zur Praxis. Heiri vorne rechts, ich leicht versetzt in der Mitte links, Fredy wieder leicht versetzt rechts hinten. Ich schiebe das Ticket in den Kasten. Nichts geschieht. Schnell rolle ich zurück, um das Ticket nochmals rein zu schieben. In diesem Moment öffnet sich die Schranke. Heiri die Pfeife, fährt sofort und somit zu früh los, ein klassischer Koitus interruptus. Fredy, da kein Masochist, fährt sofort hinterher. Und ich armer Tropf, kriege wieder einmal eins auf den Deckel bzw. auf den Helm. Es wäre alles halb so schlimm gewesen, hätten die beiden Versager nachher nicht noch so dreckig gelacht. Die Fähre war gegenüber der Hinfahrt nicht wieder zu erkennen. Leider im negativen Sinn. Wir wurden mit unseren Motorrädern ins hinterste Loch geschickt. Auch die Kabine war um Klassen schlechter (aber immer noch akzeptabel); wir hatten uns halt so auf das schöne Schiff gefreut. Diese Fähre wurde 1981 gebaut, diejenige von Kiel nach Oslo wahrscheinlich erst vor kurzem. Dafür war das Nachtessen (Chateaubriand) einsame Spitze. Und schlussendlich haben ausser Ursi, die den Seegang schon bald einmal unangenehm verspürte, gut geschlafen.

Dienstag, 31. Juli

Hirtshals - Holstebro - Ribe - Flensburg (429 km)

Blauer Himmel begrüsst uns am Morgen. Wir freuen uns auf eine schöne Fahrt durch Dänemark. Doch zu früh gefreut! 400 Kilometer Seitenwind oder besser gesagt Seitensturm lassen uns trotz Sonnenschein das Regenkombi anziehen. Da nützt es auch nichts, dass ich beim Mittagessen über einer Tischkerze unbeabsichtigt die Strassenkarte anzünde. Die Zelte schlagen wir in der Knöllchenhauptstadt Flensburg auf.

Mittwoch, 1. August

Flensburg - Kappeln - Kiel - Hamburg (215 km)

Unseren Nationalfeiertag beginnen Ursi und Fredy standesgemäss mit "Trittst im Morgenrot" daher. Natürlich haben sie sich heute auch die entsprechenden T-Shirts angezogen. 1291 gründeten auf dem Rütli drei wehrhafte und tapfere Eidgenossen unsere schöne Schweiz. 716 Jahre später gründen drei leidvolle Ehemänner in Flensburg eine Selbsthilfegruppe. Mal schauen, ob man in 716 Jahren auch noch von dieser mutigen Tat sprechen wird? Bei schönem Wetter geht es Richtung Hamburg. Beim Kaffeehalt findet Fredy eine Imbissbude selbstgemachte Hacktätschli anbietet. Dieser Versuchung kann er natürlich nicht widerstehen. Schnell sind wir in Hamburg und können uns bei der Stadtrundfahrt davon überzeugen, dass auch Hamburg mal eine Reise wert wäre. Der Nachmittag verfliegt nur allzu schnell und wir müssen schon bald nach Altona, um die Motorräder zu verladen. 

Donnerstag, 2. August

Lörrach - Bremgarten (75 km)

Ende gut - alles gut. Fertig.